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Betriebsbesichtigung bei Otto Fuchs

Text: Sascha Rother, Fotos: Archiv Otto Fuchs KG

Am 16. Oktober 2025 traf sich unser Stammtisch Ruhrgebiet/Sauerland zu einer besonderen Veranstaltung: einer Betriebsbesichtigung bei der Firma Otto Fuchs KG in Meinerzhagen. Das traditionsreiche Familienunternehmen hat sich seit seiner Gründung im Jahr 1910 zu einem der bedeutendsten Schmiede- und Metallverarbeitungsbetriebe entwickelt. Nicht nur in der Automobilindustrie genießt Fuchs hohes Ansehen – unter anderem durch die legendäre Fuchsfelge des Porsche 911, die weltweit als Meisterstück der Schmiedekunst gilt. Auch heute noch beliefert das Unternehmen zahlreiche renommierte Fahrzeughersteller mit hochwertigen Schmiedefelgen.

Treffpunkt in Dortmund – und ein regnerischer Start

Wie bei vielen unserer Aktivitäten begann auch dieser Tag am vertrauten Ort: der Gaststätte Haus Prein in Dortmund, seit Jahren unser fester Anlaufpunkt für die monatlichen Stammtischabende. Leider zeigte sich das Wetter von seiner weniger freundlichen Seite. Starker Regen sorgte dafür, dass von unseren insgesamt 11 Teilnehmern nur ein Mitglied mit seinem W123 anreisen wollte. Immerhin begleiteten ihn zwei Fahrzeuge der Baureihe W124, während die anderen Teilnehmer lieber auf ihre Alltagswagen zurückgriffen.

Nach einer ruhigen Fahrt über Breckerfeld und Marienheide erreichten wir das Werk in Meinerzhagen, wo wir – zu unserer Freude – direkt auf dem Besucherparkplatz vor der alten Verwaltung parken durften.

Beginn der Führung – Ein Blick hinter die Kulissen

Um 14 Uhr begann die zweistündige Führung, die von Dimitri Sajzev geleitet wurde. Schon nach wenigen Minuten wurde deutlich, dass wir einem echten Fachmann folgten: kompetent, engagiert und mit einer spürbaren Leidenschaft für die Prozesse, die das Werk seit Jahrzehnten auszeichnen.

Im Mittelpunkt standen die verschiedenen Schritte der Felgenproduktion, die bei Otto Fuchs traditionell in Schmiedetechnik erfolgt. Dabei beeindruckte uns besonders das Zusammenspiel aus jahrzehntelangem Know-how und modernster Fertigungstechnik. Vom Gesenkschmieden über präzise Umformprozesse bis hin zur Zerspanung, Qualitätsprüfung und Endbearbeitung erhielten wir einen lückenlosen Einblick in die Entstehung einer Schmiedefelge. Gerade für uns als Mercedes-Enthusiasten war natürlich die Verbindung zur Barockfelge von besonderem Interesse – ein Klassiker, der bis heute für Robustheit und Eleganz steht.

Schmiedehalle – Hitze, Kraft und echte Handarbeit

Besonders eindrucksvoll war der Besuch der Schmiedehalle. Die Hitze der Öfen, die Flammen, die beim Verbrennen des Grafits aufstiegen, und die kraftvolle Geräuschkulisse schufen eine Atmosphäre, die uns alle tief beeindruckte. Hier spürten wir unmittelbar, was echte industrielle Handarbeit bedeutet: körperlich anspruchsvolle Arbeit, starke Maschinen, gewaltige Energien – und Menschen, die diesen Kräften täglich mit großem Können begegnen. Der Respekt vor den Mitarbeitern von Fuchs wuchs mit jedem Schritt durch die Halle.

Ein besonderes Highlight war das Freiformschmieden eines Titanbauteils. Erstaunlich war die scheinbare Leichtigkeit, mit der ein massiver Titanblock unter den gewaltigen Schmiedehämmern in Form gebracht wurde – ein faszinierender Anblick, der uns noch lange in Erinnerung bleiben wird. Auch der kurze Einblick in den Bereich „Aerospace“ zeigte, welche Präzision und Verantwortung in den Werkhallen steckt.

Gemütlicher Ausklang in Lüdespert

Nach der eindrucksvollen Führung machten wir uns auf den Weg nach Lüdespert, einem kleinen Ort rund 15 Autominuten entfernt. In der gemütlichen Gaststätte „Zur Bauernschänke“ ließen wir den Tag gemeinsam ausklingen. Bei herzhaftem Essen und guten Gesprächen konnten wir die Erlebnisse der Besichtigung noch einmal Revue passieren lassen.

Fazit

Die Betriebsbesichtigung bei Otto Fuchs war für die Teilnehmer unseres Stammtisches ein echtes Highlight – technisch hochinteressant, atmosphärisch beeindruckend und hervorragend organisiert. Unser besonderer Dank gilt der Firma Otto Fuchs KG und natürlich Herrn Dimitri Sajzev, der uns mit Fachwissen, Ruhe und Begeisterung durch die Werkhallen führte.

Ein Tag, der uns noch lange in guter Erinnerung bleiben wird.

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